30. Mai 2012

Starters- Lissa Price

Inhalt:
Der Krieg ist vorbei.
Danach gibt es nur noch sehr junge und sehr alte Menschen. Starters und Enders.
Das Leben der 16-jährigen Callie ist hart. Sie muss sich nun ganz alleine um ihren kleinen Bruder Tyler kümmern, denn der Krieg hat ihnen alles genommen. Ihre Eltern. Ihr Zuhause. Ihre Rechte.
Die Geschwister versuchen nun sich Tag für Tag auf der Straße durchzuschlagen, immer mit der Angst im Nacken, geschnappt und in eines der staatlichen Kinderheime verschleppt zu werden.
Dazu kommt, dass Tyler krank ist und Medikamente braucht. Für Medikamente jedoch, braucht man Geld, das Callie nicht hat. Völlig verzweifelt und aus großer Sorge um ihren Bruder, geht sie einen Vertrag mit einem ominösen Unternehmen ein- der Body Bank. Der Deal besteht darin, dass Callie ihren Körper an einen Ender vermietet, der diesen dann- computergesteuert- für 3 Buchungen über einen gewissen Zeitraum übernimmt. Callie hat kein gutes Gefühl bei dieser Sache, aber die großzügige Bezahlung lässt sie doch einwilligen. Die ersten zwei Buchungen verlaufen ohne Komplikationen.
Bei der Letzten jedoch, läuft etwas schief...


Meine Meinung:
Starters von Lissa Price bekommt von mir gute 4 von 5 möglichen Ahornblätter.
Das erste was mir nach dem Lesen von Starters durch den Kopf schoss, war: "Wow! Tolle Idee!"
Lissa Price hat sich wirklich Gedanken gemacht. Es gibt eigentlich kaum Geschichten, die es noch nicht gab, oder die zumindest gewisse Ähnlichkeiten mit anderen aufwiesen. Ich lehne mich jetzt einfach mal aus dem Fenster, und behaupte, so eine Geschichte, in der Form, gab es noch nicht! Die Grundidee ist nicht neu und uns allen bestens bekannt, denn sie ist aus dem wirklichen, heutigen Leben gegriffen. Sie behandelt ein Thema, dass wie ein riesiger, schwarzer Schwarm Krähen über uns allen kreist, und vor dem viele mit gesenktem Kopf die Augen verschließen. Ihr wollt wissen wovon ich spreche?
Zuvor möchte ich noch etwas zu dem sprachlichen Stil sagen. Die Autorin schreibt wirklich sehr spannend und fesselnd und lässt ihre Kapitel gekonnt so enden, dass ihre Leser nicht nach Ende eines Kapitels beruhigt schlafen können. Man will immer wissen wie es weiter geht und ruscht so leicht in das altbekannte und von mir persönlich verfluchte "Nur-noch-ein-Kapitel-dann-ist-aber-Schluss"- Debakel.
So verdient das Buch auf jeden Fall die Bezeichnung: Pageturner!

Kommen wir nun zur Geschichte. Die Bevölkerungsschicht mittleren Alters, wurde völlig ausgelöscht. Im Buch wird darauf hingewiesen, dass sich dieser "Trend"- immer mehr alte- immer weniger junge- schon lange vor Beginn des Krieges angekündigt hat. Jetzt müsste es eigentlich bei den meisten von euch klingeln. Richtig.
 Lissa Price hat sich ein Thema ausgesucht, welches aktueller nicht sein könnte- der Demografische Wandel. Es ist kein Geheimnis, dass die Politiker in großer Sorge sind, denn wer soll sich um all die alten Menschen kümmern? Wer zahlt in die Rentenversicherung? Das sind die Hauptsorgen der Regierung.
Die Autorin hat es geschafft, ein so heikles Thema, hervorrangend in ihre Geschichte einzuflechten und die klischeehaften Gegensätze neu aufzurollen.

reich oder arm
schön oder häßlich
alt oder jung
leben im Überfluss oder leben am Existenzminimum

Während des Lesens, überliefen mich regelrechte Schauer, denn so eine Zukunft, wie die Autorin sie hier beschreibt, ist gar nicht so abwegig.
Viele denken sich vielleicht, dass so etwas nicht möglich ist. Nicht hier. Nicht in der heutigen Zeit.
So haben schon viele gedacht. Man muss nur mal genauer hinsehen.
Es herrscht bereits Krieg. Nicht bei uns, aber in anderen Teilen der Welt.
Die Bevölkerung wird immer älter. Die Menschen bekommen immer weniger Kinder.
Die Technologie schreitet ohne Halten voran. Bald wird es nichts mehr geben, was nicht mit Hilfe eines Computers möglich ist.Vielleicht auch die Übernahme eines Körpers? Im Zeitalter der Roboterforschung doch ein Klacks, oder?
Das gesellschaftliche Idealbild strebt Schönheit an. Jugend. Gesundheit. Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, was Menschen bereit sind zu tun, um dieses Idealbild zu erreichen. Wie ihr merkt, hat mich das Buch ganz schön zum Rotieren gebracht. So etwas zeichnet ein gutes Buch- meiner Meinung nach- erst aus.
Die Hauptprotagonistin Callie, hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich sofort in sie hineinversetzen und ich habe permanent mit ihr mitgefiebert. Das Gefühl des Kontrollverlustes und die Frage: "Was machen die mit meinem Körper?", empfand ich als sehr authentisch.
Der einzige Kritikpunkt gilt leider dem Ende. Womit das Buch sonst glänzen konnte, fehlte mir leider dort-die Würze. Das ging mir alles ein wenig zu schnell und flachte dann einfach zu sehr in "Normalität" ab. Nichts desto trotz, kann ich es kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen.
Ich empfehle dieses Buch allen, die Lust haben eine Geschichte zu lesen, die ehrlich ist, ungeschönt und die dennoch Raum für Hoffnung lässt.
Fazit: every end has a start



Es geht weiter....



"Enders" erscheint im November 2012 bei Ivi.

28. Mai 2012

Dustlands-Die Entführung-Moira Young

Inhalt:
"Toter See. Totes Land. Totes Leben." S.48

Silverlake ist ein trockener Ort. Früher war es dort schöner...
Als Ma noch gelebt hat. Als Emmi noch nicht geboren war. Als Pa sich noch um uns gekümmert hat.
Aber ich habe ja noch Lugh- meinen Zwillingsbruder. Lugh kümmert sich um uns. Er ist schlau. Und stark. Wenn er nicht wäre, würde ich nicht mehr leben wollen. Ma sagte immer, er sei das Licht und ich der Schatten. Sie hat Recht behalten. Er ist so viel besser.
Pa lebt seit Ma's Tod in seiner eigenen Welt. Er glaubt an die Sterne und an das Schicksal. 
Unsinn, habe ich bisher gedacht.
Dann tauchen die Männer auf. Sie tragen schwarze Rüstungen. 
Wer sind sie? Was wollen sie? Fremde verirren sich nicht sehr oft in diese Gegend. Sie sehen aus, als würden sie nach etwas suchen....
Pa redet wirres Zeug. Er hat sie kommen sehen...
Es hat begonnen....
Die Männer töten Pa. Und sie nehmen Lugh mit. Das kann nicht sein. Darf nicht sein. Ich muss Lugh finden. Ihn retten. Koste es, was es wolle...

Meine Meinung: 
Dustlands von Moira Young bekommt von mir 5 von 5 möglichen Ahornblättern.
"Du musst das Buch lesen!"
"Wenn du es nicht liest, hast du echt eine Bildungslücke."
"Du hast es noch nicht gelesen? Schande über dich!".
Um nur einige Aussagen zu erwähnen, die ich vor dem Lesen von Dustlands zu hören bekam. 
Im nachinein, kann ich es nur zu gut nachvollziehen und ich ärgere mich ein wenig, dass ich so lange gewartet habe. Das Buch ist wirklich etwas besonderes.

Moira Young hat sich getraut. Sie hat sich getraut, von der Norm abzuweichen und etwas anderes auszuprobieren. Wovon ich spreche? Von dem wirklich gewöhnungsbedürftigen und außergewöhnlichen Schreibstil.Das gesamte Buch ist aus der Sicht der Hauptprotagonistin Saba geschrieben wurden. Die gute Saba aber, besitzt ein eher umgangssprachliches Sprachniveau. So kam es zustande, dass im gesamten Buch das "E" am Ende der Wörter fehlt. Beispiel: "Ich hätt nicht", "Ich wollt nur", und so weiter. Desweiteren, fehlen die Satzzeichen der wörtlichen Rede. Was mich am Anfang verwirrt dreingucken lies, gefiel mir ziemlich schnell, sehr gut! Jetzt stellt sich die Frage, warum die Autorin diesen Weg gewählt hat. Ich denke einer ihrer Beweggründe war, dem Buch eine eigene Stimme zu geben. Durch diesen besonderen Stil und die ungeschönte und charakteristische Sprache, wirkt die Geschichte absolut authentisch und ich vermute, sie hätte mit einem "gewöhnlichem" Schreibstil einen Großteil ihres Charmes und ihrer Tiefe eingebüßt. Also an dieser Stelle sei gesagt- Hut ab! Für eine Autorin, die den Mut hatte, aus der Reihe auszubrechen, und etwas neues zu wagen.

"Du bist in meinem Blut, Saba, sagt er. In meinen Gedanken. Du bist in meinem Atem, du bist in meinen Knochen...O Gott, du bist überall. Seit ich dich zum ersten Mal gesehen hab." S. 447

Nicht nur der Schreibstil ist außergewöhnlich, auch die Geschichte sticht heraus. 
Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die Story ist nervenaufreibend und spannend bis zum Schluss. Dustlands spielt in einer Zeit, in der Menschen um ihr Überleben kämpfen müssen. Geprägt von Unterdrückung, Gewalt und Gier, versuchen die Menschen in einer kargen Wüstenlandschaft ihr Glück zu finden. An der ein oder anderen Stelle musste ich echt schlucken, denn es geht des öfteren ziemlich brutal zur Sache. Der Tod ist ein ständiger Begleiter und die Hoffnung geht vorbei und winkt. In dieser Welt, wächst Saba heran. 
Die Hauptprotagonistin des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Sie ist kein typisches Mädchen und lernt von Anfang an, die Schattenseiten des Lebens kennen. Ihr einziger Ruhepol ist ihr Zwillingsbruder Lugh. Als dieser dann entführt wird, bricht auch der letzte, stützende Pfeiler weg. 
Saba ist eine Einzelkämpferin. Sie ist stark und mutig und sie ist stur! Selten habe ich eine so verbissene Protagonistin wie Saba erlebt. Alle die ihr etwas bedeuten oder ihr helfen wollen, stößt sie weg, aus Angst vor Enttäuschungen. Im Laufe der Geschichte, macht sie eine sehr schöne Entwicklung durch und man merkt wie sie an ihren Aufgaben wächst. 
Ihre kleine Schwester Emmi hat es wirklich nicht leicht mit ihr. Da ihre Mutter bei Emmi's Geburt gestorben ist, hat diese natürlich keinen leichten Stand bei Saba. Das spürt man auch überdeutlich, vorallem am Anfang. Die Kleine tat mir wirklich leid und ich war immer wieder erstaunt, wie sie sich trotz allem, durchgesetzt hat.
Lugh blieb leider etwas blass gezeichnet, was vermutlich einfach an seiner überwiegenden Abwesenheit lag. Saba vergöttert ihn und in ihren Augen ist er einfach das Maß aller Dinge.
Moira Young hat wirklich ein tolles Kabinett aus Haupt- und Nebenprotagonisten erschaffen und auch die "Bösen", empfande ich als sehr gelungen. Dustlands bietet ein atemberaubendes Show-Down mit einem spannenden Kampf, wichtigen Entscheidungen und herzzerreißenden Wendungen. 
Ich freue mich wirklich schon sehr auf den zweiten Teil, der vorraussichtlich im Februar 2013 bei Fischer erscheinen wird.
Es war ein absolutes Lesgehighlight für mich! Deshalb spreche ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle aus, die auf dieses actiongeladene, humorvolle und einfach mitreißende Leseereignis, nicht verzichten wollen. 
Fazit: staubiges Land...hat sich eingebrannt!



21. Mai 2012

Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle

Inhalt:
Älter als die Wälder...
Schöner als das Meer...
Weiser als die Zeit selbst...

Das Einhorn lebte friedlich und fern abseits von allem Bösen in seinem Wald. Die Bewohner des Waldes liebten es, denn es brachte die Blumen zum Blühen, das Gras zum Wachsen und tauchte den Wald in ewigen Sommer und Frieden. Nie machte es sich trübe Gedanken. So etwas tun Einhörner nicht.
Menschen hielten sich fern...Sie spürten, dass etwas anders war, an diesem verwunschen wirkenden Ort.
Als sich eines Tages doch zwei Jäger in den Wald verirren, belauscht das wunscherschöne Geschöpf das Gespräch der beiden. Sie wissen von Einhörnern, wissen, dass es sie wirklich gibt.
Doch dann erzählt einer der Jäger etwas völlig unfassbares. Dieses Einhorn, ist das Letzte seiner Art. Alle anderen, dieser filigranen Geschöpfe, sollen verschwunden sein. Vertrieben wurden sie, heißt es. Doch von was?
Kein wandelendes Wesen der Erde vermag einem Einhorn Furcht einzuflössen...
Das Einhorn kann und will diese ungeheuerliche Behauptung nicht hinnehmen, und so macht es sich auf den Weg, um herauszufinden, was mit seinen Gefährten geschehen ist...
Ein Abenteuer durch eine gefährliche und aufregende Welt beginnt, bei dem das Einhorn lernen muss, dass es für die meisten Menschen nur noch ein Fabelwesen aus einem Märchenbuch ist...

Meine Meinung:
Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle bekommt von mir die volle Punktzahl.
Diese Rezension ist eine Premiere, denn ich habe vorher noch nie ein Buch gelesen, von dem ich die Verfilmung bereits zuvor gesehen habe.
Da der Film allerdings zu meinen absoluten Lieblingen gehört, war mir sofort klar, dass ich das Buch dazu lesen musste. Vielen von euch geht es wahrscheinlich ähnlich mit Büchern und Filmen...Die Bücher sind immer besser! Ganz einfach, weil die Leser ihre eigenen Welten erschaffen, ihre eigenen Protagonisten formen, alles entspringt der eigenen Fantasie und verfestigt sich vor dem inneren Auge.
So ist eine Buchverfilmung meistens zum Scheitern verurteilt-auch wenn sie noch so tolle Special-Effekts hat und die teuersten Schauspieler engagiert wurden. Meiner Meinung nach, gibt es mittlerweile aber einige Ausnahmen und wirklich durchaus gelungene Verfilmungen- allen voran diese!
Jetzt ist es hier ja umgekehrt der Fall und was kann ich anderes sagen als: Toll! Toll! Toll!
Absolut Spitze! Die erste Originalfassung stammt aus dem Jahr 1961, und wurde seitdem schon des öfteren neu aufgelegt. Bei dieser Ausgabe handelt sich um eine Sonderausgabe, mit einem Bonus der Extraklasse.  Ein Leckerli, sozusagen. Es ist wie nach einer guten Kinovorstellung...zufrieden und noch in freudiger Euphorie vom zuvor gesehenem Film... geht ihr zum Parkplatz...schiebt das Parkticket in den Parkscheinautomaten...und heraus kommt ein Premierenticket für den zweiten Teil des Films. Sagen wir es also so: Die Kirsche auf der Sahnetorte.
Die Leser bekommen hier nicht nur die Originalfassung von Peter S. Beagle,der mit einem atemberaubenden und bildgewaltigem Schreibstil gesegnet wurde, sie bekommen auch noch die wunderschöne Fortsetzung " Zwei Herzen", die mir bisher auch noch unbekannt war.
Wie gerade schon angedeutet, hat mir der Schreibstil wirklich gut gefallen. Der Autor schreibt mit großem facettenreichtum und verleiht seiner Geschichte und seinen Protagonisten etwas magisches.
Immer wieder tauchen Lieder oder Gedichte auf, die durch Beagle's "altertümlichen" Spachstil sehr gut zur Geltung kommen. Es passt einfach zu dieser wunderschönen, mystischen Fabelwelt-Atmosphäre.
Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich mir vorstelle, dass das Einhorn als "cool" oder "süß" beschrieben wird. Nichts anderes als "filigran" und "anmutig" ist passender- bravo Mr. Beagle!

"Wir sind nicht immer, was wir scheinen, und selten nur, was wir erträumen" S. 38

Schon der Film macht deutlich, dass diese Geschichte nicht zu den oberflächlichen und kurzweiligen Storys gehört, bei denen man das Ende schon nach dem ersten Kapitel erahnen kann. Sie hat Tiefgang. Und sie verursachte mir eine Gänsehaut.
Peter S. Beagle beweist, dass es nicht nötig ist, einen 700-Seiten Roman mit unzähligen, komplizierten Welten und Massen von verschiedenen Protagonisten zu schreiben, um die Leser zu begeistern. Er hat mit einer überschaubaren Anzahl von Charakteren und ganz einfachen Handlungssträngen genau das geschafft, was manchen Autoren auch nicht auf 700 Seiten gelingt. Er berührt seine Leser und hinterlässt ihnen eine Botschaft-zwischen den Zeilen. Welche das ist? Nun, das findet ihr am Besten selbst heraus. Wer denkt, dass dieses Buch nur aus "Kinderkram und Märchenzeugs" besteht, der irrt sich gewaltig. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass das Buch mir noch besser gefallen hat, als der Film. Obwohl dieser weiterhin einen Stammplatz bei meinen Lieblingsfilmen behält. Im Buch kommen dem Leser die Atmosphäre und die Charaktere einfach noch näher. Die Umgebung ist detaillierter, die Stimmungen und Gefühle, nehmen noch einen größeren Stellenwert ein.
Und das Einhorn...
Ja das Einhorn, dass wie ich finde, bereits im Film sehr gut dargestellt wird, übertrifft im Buch nochmal alles. Der Autor findet genau die richtigen Worte, um die Verletzlichkeit, die Trauer aber auch den Stolz und den Mut dieses wunderbaren Wesens hervorzubringen.
Auch die anderen, liebgewonnen Protagonisten, wie Schmendrick, der unfähige, tollpatschige Zauberer mit einem Herz aus Gold und Molly, die robuste und aufopferungsvolle Räuberbraut, brennen sich in das Gedächtnis ein und lassen ihre Leser nicht mehr los.
Das Ende wird nicht verraten, falls es doch noch jemanden gibt, der weder Film, noch Buch kennt.
Auch über die Fortsetzung möchte ich nicht all zu viel verraten. Seid euch aber gewiss, dass es ein Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren gibt und das Einhorn vor einer neuen Bedrohung steht. Ich war zunächst etwas skeptisch, ob "Zwei Herzen" mit dem "Hauptbuch" mithalten kann, aber die Sorge war völlig unbegründet. Der Autor hat auch hier tolle Arbeit geleistet und eine Geschichte geschrieben, die im Gedächtnis bleibt.
Ich empfehle dieses Buch allen Romantikern und Träumern, die im Herzen Kind geblieben und so noch offen für wahre Magie sind.
Fazit:
When the last eagle flies
Over the last crumbling mountain
And the last lion roars
At the last dusty fountain
In the shadow of the forest
Though she may be old and worn
They will stare unbelieving
At the Last Unicorn
(Songtext: The last unicorn by Jimmy Web)

Vielen Dank an den Klett-Cotta-Verlag! 

Für alle, die den Film noch nicht kennen, hier ein kleiner musikalischer Vorgeschmack...
Und für alle, die diesen Film und das Buch genauso lieben wie ich...




Neuzugänge

Halli Halloo :)
Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes, verlängertes Wochenende?
Meins war richtig toll :) Grund:
A) Bloggertreffen in Paderborn mit 3 super netten und lustigen Bloggern
B) Büüüücher!
Diese beiden Schätze darf ich jetzt mein Eigen nennen:

Eine Neuerscheinung vom Heyne-Verlag auf die ich mich schon sehr freue:)

Venedig im Jahr 1509: Ein machtvolles Glasartefakt und die letzte Erinnerung an einen verschwundenen Vater … Eine uralte Fehde zweier verfeindeter Völker … Und ein Mädchen, das nicht ahnt, dass es den Schlüssel zur Rettung Venedigs in seinen Händen hält …

Für die sechzehnjährige Milla scheint die Zeit stehen zu bleiben, als sie an einem heißen Frühlingstag dem jungen Gondoliere Luca begegnet. Wie ein Aristokrat aus einer anderen Zeit gleitet er, gemeinsam mit einer Katze, auf einer blauen Gondel durch einen stillen Kanal. Milla ist verzaubert und kann den jungen Mann nicht vergessen. Als kurze Zeit später dieselbe geheimnisvolle Katze im kleinen Lokal ihrer Mutter und Tante auftaucht, folgt sie ihr durch die Gassen Venedigs. Sie gelangen zu einem reichen Stadthaus – und Milla sieht Luca wieder. Er ist jedoch nicht allein, und plötzlich wird Milla in den Strudel dunkler Vorkommnisse um das Ende der mächtigen Lagunenstadt gezogen. Stammt sie wirklich von den Feuerleuten ab, die seit jeher gemeinsam mit den Wasserleuten Venedig beschützen? Was empfindet Luca, einer der Wasserleute, wirklich für sie? Und hat all das mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun? Zwischen Liebe und Zweifel hin- und hergerissen, kann Milla niemandem vertrauen – außer einer Katze und ihrem Gespür für die Wahrheit ...(Quelle:Amazon.de)


Und dieses kleine Schmuckstück, das ich schon seit laaanger Zeit haben wollte, habe ich mir nun in Paderborn gegönnt:)


Lieber Lucca,
ich vermisse dich.
Ich vermisse deine Augen und
die Liebe darin.
Ich vermisse deine Arme um mich.
Ich vermisse, wie geborgen
ich mich gefühlt habe bei dir.
Ich vermisse dich, Lucca.
Ich werde dich vermissen,
mein Leben lang.
In Liebe,
Brooklyn

14. Mai 2012

Wenn ich bleibe- Gayle Forman

Inhalt:
"Mir kommt in den Sinn, dass sterben leicht ist- leben ist schwer." S. 203

Es kommt im Leben ein Punkt, an dem es kein zurück gibt...
An dem man Entscheidungen treffen muss, die Auswirkungen auf das ganze Leben haben...
Ich heiße Mia und befinde mich zur Zeit an genau so einem Punkt.
Bisher führte ich ein glückliches und zufriedenes Leben mit meiner chaotischen,liebevollen Familie. Mit meinem Freund Adam lief es auch bestens.
Alles änderte sich schlagartig, als ein Lkw  an einem verschneiten Tag in unser Auto krachte und mir alles nahm... Meine Eltern. Meinen kleinen Bruder. Mein Leben.
Nun befinde ich mich an einer Weggabelung...Ich blicke in beide Richtungen und muss mich entscheiden.

Für den Tod. Für meine Familie.
                   oder
Für das Leben. Für die Liebe.




Meine Meinung:
Wenn ich bleibe von Gayle Forman bekommt von mir die volle Punktzahl!
Es gibt Bücher, die zwar gut sind, den Lesern aber nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben.
Es gibt Bücher, die zu den Lieblingen gehören, und an die man des öfteren mit einem Lächeln auf dem Gesicht zurück denkt. Und es gibt Bücher, die etwas verändern. Die eine Barriere durchbrechen und ihre Leser noch Stunden nach dem Beenden nachdenklich zurücklassen. Von solchen Büchern gibt es nicht viele. "Wenn ich bleibe", ist eines davon.
Mir fällt es wirklich nicht leicht, die passenden Worte zu finden.
Nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, hielt ich das Buch noch eine ganze Weile in meinen Händen. Ich konnte es einfach nicht loslassen, genauso wie es mich nicht loslässt.
Gayle Forman ist eine Meisterin auf ihrem Gebiet und besitzt ein außergewöhnliches Talent. Ihre besondere, eigene Art mit Worten umzugehen hat mich tief beeindruckt. Sie hat es geschafft, mit ganz einfachen und ehrlichen Worten, eine Geschichte zu erzählen, die sich in Herz und Seele verankert und die ihre Leser mit einer Tsunami gleichen Welle aus Gefühlen überschwemmt.

"Manchmal triffst du in deinem Leben Entscheidungen, und manchmal treffen die Entscheidungen dich" S.223

Arbeite ich weiter in diesem Job? Nehme ich das Fahrrad oder doch den Bus? Fliegen wir in den Urlaub oder fahren wir mit dem Auto?
Entscheidungen. Jeder von uns trifft täglich Hunderte. Wichtige und unwichtige. Viele kommen uns wichtig vor, doch was sind die wirklich wichtigen Entscheidungen? Worauf kommt es an?
Dieses Buch beantwortet- meiner Meinung nach -genau diese Frage.
Die Geschichte wird aus der Sicht der 17-jährigen Mia erzählt. Sie führt mit ihrer chaotischen und wirklich sehr liebevollen Familie ein zufriedenes Leben. Seit kurzem hat sie ihren ersten festen Freund- Adam. Ein wichtiger Aspekt, der sich durch das ganze Buch zieht, ist die Musik. Ob klassisch oder rock, Musik spielt eine zentrale Rolle im Leben von Mia, ihrer Familie und Adam.
Mia's Familie ist mir sofort ans Herz gewachsen, weil sie sehr authentisch war. Nicht alles ist perfekt.
Immer wieder musste ich über das sehr sympathische, lustige und ganz normale Familienchaos schmunzeln. Der Zusammenhalt der Familie ist immer spürbar und hat mir wirklich gut gefallen.
So war der Unfall natürlich sehr erschütternd. Mia befindet sich danach in einer Art Zwischenwelt-nicht tot aber auch nicht lebendig. Sie ist Zuschauer und muss mit ansehen was mit ihrer Familie und ihr selbst geschieht. Immer wieder gibt es Rückblenden und sie erzählt aus ihrem Leben vor dem Unfall. Das hat die Autorin wirklich toll gemacht.
Adam ist Leader einer Rockband, die vor kurzem einen Plattenvertrag bekommen hat und nun zusehends bekannter wird. Ich mochte ihn vom ersten Moment an. Er ist nicht der übermenschlich schöne, unnahbare, Badboy. Er ist Adam. Ein ganz normaler Junge, der gerne Rockmusik mag und unsterblich in seine Freundin verliebt ist. Die Lovestory der beiden wirkte nicht gekünstelt, die beiden lieben sich, sie streiten, und sie vertragen sich auch wieder.
Mia ging mir sehr nahe. Ich konnte mich von der ersten Seite an in sie hinein versetzen. Ihre Zerrissenheit und Verzweiflung gingen problemlos auf mich über und ich hätte sie am liebsten einfach in den Arm genommen. Entscheidungen, die sie vorher für wichtig hielt, werden belanglos, als sie plötzlich an einem Scheideweg steht. Und sich die einzige und elementarste Frage stellt: Gehen oder bleiben?
Wie die Geschichte verläuft, wird natürlich nicht verraten, nur so viel, legt euch den zweiten Teil schonmal zurecht.
Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Was ist der Sinn des Lebens? Ein tolles Haus? Erfolg?
Was nützt das alles, wenn das Leben beim nächsten Wimpernschlag vorbei ist?
Das Leben ist zu kurz um sich mit unwichtigen Dingen aufzuhalten. Man lebt nur einmal und man lebt jetzt.
Ich empfehle dieses Buch allen, die eine Geschichte lesen wollen, die unter die Haut geht. Die bleibt. Die etwas verändert. Eine Geschichte die verzaubert.

Fazit:Am Ende stellt sich die Frage: Was hast du aus deinem Leben gemacht? Was du dann wünscht getan zu haben, das tue jetzt. (Erasmus von Rotterdam)








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